Das Ende der Kita am Entenweg

Zazenhausen - Das Gebäude der ehemaligen Kindertagesstätte geht von der Kirche wieder in den Besitz der Stadt über.

Nach knapp 44 Jahren wechselt die mittlerweile leer stehende Kindertagesstätte am Entenweg 20 ihren Besitzer. „Der Termin beim Notar hat bereits stattgefunden, jetzt fehlt nur noch der Eintrag ins Grundbuch", sagt Pfarrerin Ute Bögel. Dann gehört das Gebäude wieder der Stadt. Jahrzehntelang hatte die evangelische Kirche an dem Standort, der einen Steinwurf vom Feuerbach entfernt liegt, eine zweigruppige Kindertagesstätte betrieben. Doch mit dem Bau der neuen Einrichtung für drei Gruppen an der Frundsbergstraße 27 sei der Standort am Entenweg obsolet geworden, erklärt Bögel. Die neue Einrichtung wurde von der Stadt gebaut und wird von der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde gemeinsam betrieben. „Auch noch die alte Kita weiterzuführen, wäre für beide Kirchengemeinden vom Aufwand her nicht zu leisten gewesen", sagt die Pfarrerin. Zu marode war die Kita, zu teuer eine Sanierung. „So ein Gebäude gibt man nicht gerne auf, dafür sind für viele Zazenhäuser zu viele Erinnerungen damit verbunden, aber für unsere kleine Kirchengemeinde war ein Umbau finanziell nicht zu machen."

Bei der Stadt hatte man zunächst erwogen, das Grundstück für eine Kindertagesstätte weiterzunutzen, war dann jedoch wieder davon abgerückt. „Diese Idee hatte man untersucht, sie wurde dann allerdings aufgrund des abgelegenen Standorts wieder verworfen", erklärt Thomas Zügel, der Leiter des Amtes für Liegenschaften und Wohnen. „Derzeit sind wir am prüfen, wie wir das Grundstück sinnvoll weiternutzen können." Das Gebäude darauf werde über kurz oder lang abgerissen. Im Bebauungsplan ist der Standort am Entenweg 20 als Gemeinbedarfsfläche ausgewiesen. Wollte man dort Wohnhäuser bauen, müsste hierfür der Bebauungsplan geändert werden.

Wenngleich sie es nicht beeinflussen kann, wünscht sich Pfarrerin Ute Bögel, dass das Grundstück wieder „eine sinnvolle Verwendung" findet. "Ein Jugendhaus wäre schön, dafür hätten wir in Zazenhausen Bedarf." Ungeachtet der künftigen Entwicklung am Entenweg ist sie froh, dass es die Kita an der Frundsbergstraße gibt. „Für mich war wichtig, dass die Betreuung überhaupt weitergeht", sagt Bögel. In dieser neuen Einrichtung wachse und gedeihe das Kitaleben. „Die ökumenische Kita war für mich ein emotionaler Meilenstein - es läuft rund, es läuft schön und das Miteinander floriert."


Die Kita am Entenweg gehört wieder der Stadt Stuttgart. Foto: Chris Lederer

Zeitungsartikel Von Chris Lederer
aus "Stuttgarter Nachrichten/Nord-Rundschau", vom 27. November 2013
www.stuttgarter-nachrichten.de

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