Sebastian Schertlin von Burtenbach, Landsknechtsführer
* 12.2.1496 in Schorndorf, + 18.11.1577 in Burtenbach (bei Augsburg)
Er
war eigentlich für die geistliche oder akademische Laufbahn bestimmt,
wurde aber einer der größten militärischen Führer seiner Zeit. 1496
in die Schorn-dorfer Oberschicht hineingeboren (sein Vater war Richter
und Bürgermeister) absolvierte er die hiesige Lateinschule, studierte
in Tübingen und wurde mit 20 Jahren zum Magister promoviert. Nach kurzer
Tätig-keit als bischöflicher Schreiber in Konstanz schlug er jedoch
die militärische Laufbahn ein. Schon 1518 nahm er an seinem ersten Feldzug
gegen Franz von Sickingen teil. 1519 begleitete er seinen berühmten
Lehrmeister Georg von Frundsberg bei der Eroberung seiner Heimatstadt
Schorndorf. In der Folgezeit war er an fast allen wichtigen kriegerischen
Auseinandersetzungen in Europa beteiligt, so 1525 bei der Schlacht von
Pavia und dem Bauernkrieg, 1527 bei der Plünderung Roms (Sacco di Roma),
1532 in Österreich beim Kampf gegen die Türken, wobei er den Ritterschlag
erhielt. 1534 wurde er für seine Verdienste von Kaiser Karl V. in den
reichsunmittelbaren Adelsstand erhoben.
1530
übersiedelte er mit seiner Familie von Schorndorf in die Stadt Augsburg,
in deren Dienste er nun trat. Bald darauf erwarb er das Schloss Burtenbach
und nannte sich von nun an Schertlin von Burtenbach. Im Schmalkaldischen
Krieg 1546/47 als Kommandeur der gesamten Infanterie der oberdeutschen
Städte eingesetzt, führte er seine Truppen zwar überlegen, konnte aber
den Sieg der Kaiserlichen nicht verhindern. Kaiser Karl V. verhängte
die Reichsacht über ihn, Schertlin musste nach Frankreich fliehen. 1553
wurde er wieder in Gnaden aufgenommen, zum Hauptmann der Stadt Augsburg
und 1559 kaiserlicher Rat ernannt. Seinen Lebensabend verbrachte er
zunächst in Burtenbach, dann in Augsburg, wo er 1577 starb.
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